SPD wieder analog – Gabriel will Neuwahlen

Gabriel wurde gegrillt. Jetzt will er Neuwahlen unter UN-Aufsicht

Gabriel wurde gegrillt. Jetzt will er Neuwahlen unter UN-Aufsicht

„Das schlägt dem Fass den Boden aus!“, giftete Gabriel nach seiner fragwürdigen Wiederwahl. Der SPD-Vorsitzende ist mit seinen 74,3 Prozent nicht zufrieden. Im geschäftsführenden Parteivorstand habe er eine Neuwahl beantragt – diesmal unter Aufsicht internationaler Wahlbeobachter der OSZE und der EU.

Selbst in den Ablauf von Wahlen in Kirgistan und Kasachstan habe er mehr Vertrauen als in die eines SPD-Parteitages, stellte der abgestrafte Bollerkopp fest. Dass die elektronische Wahl gescheitert ist, hält er für eine infame Aktion seiner Gegner, die bei einer analogen Wahl leichtes Spiel hatten.

Schon 2013, als er nur 83,6 Prozent einfuhr, soll Siechmar Zweifel geäußert haben. Ihm lägen persönliche Protokolle und Mitschriften aus Arbeitsgemeinschaften vor die beweisen, dass gewisse Kräfte ihn auf das Umfrageergebnis der SPD von knapp 25 Prozent drücken wollen.

Eine Sprecherin der SPD-Frauen-AG nahm heute zu den Gerüchten Stellung. Da sei überhaupt nichts daran, meinte sie. Niemand wolle Gabriel auf die 25 Prozent der SPD drücken. Richtig sei allerdings, dass man daran arbeite, ihn auf seinen persönlichen Beliebtheitsgrad zu bringen. Die Sprecherin vermied den Hinweis darauf, dass dieser bei etwa 18 Prozent liegt.

SPD will mit Wagenknecht gegen Merkel antreten

Sahra Wagenknecht - soll für den Luschenverein kandidieren <br>Pressefoto: Nicole Teuber

Sahra Wagenknecht – soll für den Luschenverein kandidieren
Pressefoto: Nicole Teuber

Gabriel will nicht, Stegner will keiner, Schäfer-Gümbel ist auch ein Verlierertyp und Hannelore Kraft will keinen Zacken aus ihrem Krönchen verlieren. Das war es dann auch schon mit dem Luschenverein, wie Gysi die SPD nennt. Kurze Zeit diskutierte der Luschenverein gar die Option, überhaupt keinen Kanzlerkandidaten zu stellen.

Seit einigen Tagen kommt wieder Wind in die Diskussion. Siechmar Gabriel hatte endlich eine kluge Idee: per Mitgliederentscheid will er der Ikone der Linken, Sahra Wagenknecht, die Unterstützung der SPD verschaffen. Ob es wirklich dazu kommt weiß niemand so genau. Fakt ist, dass der SPD alle übrigen Optionen verloren gingen.

Aus der Sicht Wagenknechts ist Gabriels Ansinnen eine Zumutung. „Warum sollte ich diesem Luschenverein in irgendeiner Form helfen?“, fragt die Saarländerin ziemlich erbost.