Idee mit Zukunft?
Algordanza "Erinnerungs-Diamanten" nun auch in Deutschland am Start


„Im Be-greifen liegt der Schlüssel zu dieser besonderen Art, mit Tod und Schmerz umzugehen“, sagt Andreas Wampl. Der 43-Jährige ist Mitgeschäftsführer der Algordanza Erinnerungs-Diamanten GmbH im österreichischen Dornbirn. Nach dem Vorbild eines gleichnamigen Unternehmens in Chur (Schweiz), nutzen Andreas Wampl und Andreas Wagner-Wehrbaum die Asche verstorbener Menschen, um daraus hochwertige Edelsteine für das Andenken der Hinterbliebenen zu fertigen.

Der Zeitpunkt für den Start dieser ungewöhnlichen Geschäftsidee ist günstig gewählt, denn das traditionell gefügte Weltbild europäischer Bestattungskultur ist in Bewegung: Angesichts einer steigenden Zahl alter Menschen fehlt vor allem in Großstädten der Platz für notwendige Friedhofs-Erweiterungen. Die zunehmende Zersplitterung der Familien stellt immer mehr Hinterbliebene vor die Herausforderung einer würdigen Grabpflege und Diskussionen über Weltraumbestattungen und die Anlage so genannter Friedwälder haben die Bereitschaft gefördert, laut über das Tabu-Themen „Tod“ nachzudenken.

Andreas Wampl ist überzeugt: „Der Erinnerungs-Diamant kommt dem menschlichen Bedürfnis, unsere Trauer Schritt für Schritt in ein lebendiges Andenken zu verwandeln, am nächsten.“ Die funkelnde Reliquie durchbricht die Pflicht, Stille und Einkehr beim sonntäglichen Gang auf den Friedhof zu üben. Der Diamant übertrifft zudem den Erinnerungswert eines Fotos, das den Verstorbenen in einer glücklichen Momentaufnahme festzuhalten versucht.

Quelle: www.DIAKOnetz.de 

Interessenten bekommen weitere Informationen im Internet. www.algordanza.at


18. November 2003

HANDY IM SARG

Wenn die Leiche zwei Mal klingelt

Dank Handy ist man praktisch immer und überall erreichbar - sogar im eigenen Sarg. Diese Erfahrung musste jetzt eine belgische Witwe machen.
Rochefort - Der Mann der Belgierin war auf tragische Weise ums Leben gekommen: Der 32-Jährige war mit dem Motorrad gestürzt und an seinen schweren Verletzungen gestorben. 
Dann der zweite Schock für die junge Witwe: Sie hatte den geschlossenen Sarg mit der Leiche bei sich Zuhause aufbahren lassen - als plötzlich das Handy des verblichenen Gatten piepte.
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Tote Mutter musste auf das Autodach

Die Polizei im südbadischen Schopfheim hat einen Autofahrer gestoppt, der einen Sarg mit seiner toten Mutter auf dem Dachgepäckträger transportiert hat. Der Mann wollte sich die Kosten für ein Bestattungsunternehmen sparen und die Leiche seiner Mutter selbst zum Friedhof fahren. Nun wird gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Bestattungsgesetz ermittelt.


Mit einem Bein im Grab

Sizilianer musste amputierten Fuß auf Friedhof beisetzen lassen

Die Begräbniskultur bietet nicht nur in Deutschland absonderliche Vorfälle. Im Süden Italiens musste jetzt ein 56jähriger Sizilianer seinen amputierten Fuß auf dem Friedhof beerdigen lassen - die Vorschriften verlangen das so. So ging er quasi zu seiner eigene (Teil-) Beerdigung. Ein Sarg, ein Leichenwagen, ein eigenes Grab und der Gipfel: Das Grab ziert nun sein Bild.
Der Mann ist sich noch nicht sicher, ob er demnächst Blumen auf sein Grab stellen wird. 
Das Mailänder Blatt "Corriere della Sera" teilte mit, dass die Behörden eine andere Beseitigung des Beines nicht gestatten würden.


Ein Licht, das ewig leuchtet - Der Solargrabstein
Zur Website des Steinmetzmeisters Josef Simon Den Solargrabstein mit dem ewigen Grablicht finden Sie nur bei uns. Das Grablicht leuchtet ohne Paraffin und ohne Kerze sowohl im Winter als auch im Sommer. 

   
Steinmetzmeister und Bildhauer
Staatl. gepr. Restaurator i. H.
Hainstraße 9 - 53121 Bonn, Tel. 0228 / 616112 - Fax 0228 / 628338 - Mobil 0172 / 2502995


Party auf dem Friedhof

- für den toten Vater
Christina Greeven-Bierkämper, Rechtsanwältin aus Erkrath ließ sich zum 100. Geburtstag ihres Vaters nicht lumpen. Sie lud am 7. Dez. 2002 die Menschen aus Kamen zu einer feuchtfröhlichen Party auf den Friedhof ein, auf dem ihr Vater seine letzte Ruhe gefunden hat. Heinrich Bierkämper, seit über 30 Jahren tot, bekam so noch einmal viel Besuch.
Die Anwältin: "Er selbst hätte zu diesem Anlass sicher ein großes Fest veranstaltet." Mit dem herbeigeschafften Wein prosteten die Anwesenden sich zu und wünschten Heinrich Bierkämper Ruhe in Frieden.


Modell: Cristo Europa

Maurizio Matteucci, 32, römischer Sargfabrikantensohn, hatte eine prima Idee, Menschen auch mit tristen Sachen Freude zu machen. Die Särge, die er mit Vater Rudolfo und Kollegen aus Nuss, Kastanie oder afrikanischen Edelhölzern zimmert und die selbstverständlich auch via Internet zu ordern sind, präsentiert er auf der Firmen-Website ( www.cofanifunebri.it ) für die Branche ungewöhnlich lebenslustig: Auf und neben den gediegen verzierten Holzkisten hocken, stehen oder spreizen sich freundlich bis schmachtend blickende junge Damen, mit properer Figur und wenig Textil. Ob hochhackig und blond, von hinten (Modell Stile impero) oder frontal in Stiefeln und Bikini (Modell Madonna), die Blickfänger sollen die sonst spröde Auswahl eines geeigneten Behältnisses für den geliebten Verstorbenen um einen Hauch von Lebenslust anreichern. Gewiss lässt sich die Trauer leichter tragen, so jedenfalls die Vorstellung Matteuccis, wenn - wie bei Modell Padre pio - eine schwarz bezopfte Schönheit im transparenten Body ihr Glas hebt: auf den Dahingegangenen - oder seine Erben!

Im Mini-Sarg als Pulver beerdigt

Hamburg o Die schwedische Biologin Susanna Wiigh-Mäsaks hat nach 20-jähriger Forschung eine platzsparende, kostengünstige und umweltfreundliche Bestattungsmethode entwickelt. Dabei werden Leichen in flüssigen Stickstoff getaucht und in Sekunden "tiefgekühlt und völlig spröde", berichtet die Hamburger "Zeitschrift für Trauerkultur". Der Körper werde dann mit Ultraschall "pulverisiert und anschließend getrocknet". Das dadurch entstehende Pulver könne in einem biologisch abbaubaren Mini-Sarg nur 30 Zentimeter unter der Erdoberfläche begraben werden.
Die Auflösung der Überreste sei innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen. Bei einer gewöhnlichen Bestattung dauert die Verwesung bis zu 50 Jahre, schreiben die Ruhrnachrichten am 1. Juli 2002


ÖKO-BEGRÄBNIS

Tote ruhen im Riff

www.eternalreefs.com 

Künstliche Riff-Kugel 
für Seebestattungen

Eine US-Firma bietet eine extravagante Variante der Seebestattung an: Aus Beton und Leichenasche werden Kugeln geformt, die als Wohnung für Korallen dienen.

Mehr als 100.000 hohle, durchlöcherte Betonkugeln liegen verstreut auf dem Grund der Weltmeere. Versenkt hat sie die US-Firma Reef Ball Development. Auf den Kugeln sollen sich Korallen und Muscheln ansiedeln.
Diese künstlichen Riffe wurden bislang großteils über Staatsaufträge finanziert. Nun aber propagiert die Firma, gegründet von Öko-Aktivisten, eine ungewöhnliche Art der Mischnutzung: Ein Tochterunternehmen bietet die Kugeln als extravagante Grabstätten an. Wer einem teuren Verstorbenen über den Tod hinaus Originalität sichern will, zahlt zwischen 800 und 3000 Dollar. Dafür wird die Asche in den pH-neutralen Beton gemengt, aus dem die Firma ihre Kugeln gießt.
Die Grabmale (Durchmesser: etwa ein Meter) könnten auf dem Meeresgrund mehrere Jahrhunderte überdauern, bis schließlich die gebundenen Nährstoffe sich langsam auflösen im verschwenderischen Ökosystem des Riffs. Die Kundschaft ist bezaubert von dieser Aussicht: Fast hundert Grabkugeln wurden bereits vor der US-Ostküste deponiert.

Der Spiegel: 14/2002

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,189848,00.html


Ökosärge aus Pappe - auch Peace-Box genannt

Um Sie umfassend über den Ökosarg aus Pappe zu informieren, stellen wir hier eine kleine Linkliste ins Netz


DNA mit ins Grab

Ab Juli können Japaner eine DNA-Probe mit ins Grab nehmen. Das Bestattungsinstitut Sekise bietet für rund 2600 Schilling einen neuen Gen-Service an, wodurch eine in einer Kapsel enthaltenen DNA-Probe in den traditionellen Holz-Grabstein, den "ihai", eingebaut wird. 
Dies berichtet "New Scientist". 

Posthume Streitigkeiten in Vaterschaftsfragen? Gen-Check auf Erbanlagen nach dem Tode der Erzeuger? In Japan ist die Vergänglichkeit des Körpers bald kein Problem mehr: Zukünftig können DNA-Proben der Verstorbenen mit ins Grab genommen werden. Das Gewebe für eine Erbgut-Analyse wird im Grabstein gelagert. Da der japanische Grabstein ein heiliges Objekt ist, hat das Bestattungsunternehmen keine Bedenken wegen der Datensicherheit des Verstorbenen. Und der Familie wird versprochen, ihre Geschichte später genau dokumentieren zu können - mit allen Fehltritten und biologischen Geheimnissen.

Da der "ihai" als heiliges Objekt gelte, sei es für das Aufbewahren von DNA-Proben durchaus angebracht, so Sekise-Sprecher Hideo Wakayama: "Die Proben werden es Familien ermöglichen, ihre Geschichte zu dokumentieren". Sie könnten auch bei Streitigkeiten bei Vaterschaftsfragen helfen. Die Technologie für die neue Dienstleistung kommt vom US-Unternehmen Identigene. Es bietet diverse Gen-Tests zu relativ günstigen Preisen an. Wer etwa die Ehefrau des Fremdgehens verdächtigt, kann einen "Ehebruch-Test" einleiten lassen. Dabei werden auf Kleider haftende Sperma-Flecken analysiert und mit der eigenen DNA verglichen. 
Quelle: 3Sat


Umwelt
Leichen zu Humus

Schnell-Kompostierung von Leichen durch Gefriertrocknen

Der Umweltschutz macht auch vor den Friedhöfen nicht halt. Eine schwedische Ökologin sieht die Gräber auf  Großstadtfriedhöfen als eine Bedrohung für die Wasserversorgung. Einäscherungen seien kaum umweltfreundlicher, weil Krematorien giftige Gase freisetzten, so die Expertin. Ihre Lösung: Eine Kompostierung von Leichen, die innerhalb weniger Wochen vonstatten geht. Experimente mit Tierkadavern haben bereits gute Resultate erbracht, berichtet das Magazin "Science" in seiner Online-Ausgabe. 
Susanne Wiigh-Masak, die in Göteborg Biologie studiert hat und jetzt als Umweltberaterin in Lyrö arbeitet, hat eine Methode zur Kompostierung entwickelt, bei der die Leiche zunächst eingefroren wird und dann in flüssiges Nitrogen getaucht wird. Dadurch wird der Leiche das Wasser entzogen, so dass der Körper zu Staub zerfallen kann. Die 20 bis 30 Kilogramm des feinen organischen Pulvers, die zurückbleiben, seien "völlig geruchlos und hygienisch", sagt Wiigh-Masak. Anschließend könnten diese Überreste in einem biologisch abbaubaren Behälter bestattet werden. 
Versuche mit Kadavern von Schweinen und Kühen hätten bereits gezeigt, dass das gut funktioniere. Außerdem, so die Ökologin, wäre die Erde, worin sich diese Leichenüberreste befänden, ein sehr guter Humus. Sie hätte Rosenbeete darauf angelegt, und die Rosen seien sehr gut gediehen. 
Unterstützung erhielt Wiigh-Masak auch von Steen Ebbersteen, Ökologe an der Universität Uppsala. "Ökologisch gesehen", sagte er, "ist es ausgesprochen wünschenswert, dass ein Zersetzungsprozess, der Jahrzehnte dauert, durch eine schnelle, saubere Kompostierung ersetzt wird." 
Das einzige wirkliche Problem an dem Verfahren sei, dass flüssiger Stickstoff teuer ist. Von politischer und kirchlicher Seite scheint es keine Einwände zu geben. Die Kirche von Schweden stellte sich dem nicht entgegen,  und aus Regierungskreisen verlautete, dass bei öffentlicher Unterstützung die Gesetze entsprechend geändert werden könnten. 
Quelle: "Science" - Online


Im Schlitten zum Grab

Britische Sargfirma
London o Wer sich das ganze Leben lang um Profil und Stil bemüht hat, der will natürlich auch nicht sang- und klanglos abtreten. Darum hat ein englischer Hobby-Skipper vorausschauend einen Sarg in Bootsform bestellt. Der Nordpolforscher Richard Mullins (41) will sich in einem umgebauten Schlitten zu Grabe tragen lassen: Die Füße voran, so dass ihm die Skier für die letzte Reise angeschnallt werden können. Der 72-jährige Ivan Fox wiederum will ganz sicher sein, dass er auch in den Himmel kommt, und hat deshalb einen Sarg bestellt, der zumindest ohne Füllung wie ein Drachen in der Luft schwebt. John Gill, Direktor der ungewöhnlichen Sargfirma in Nottingham, verspricht: "Die Preise fangen bei 40 Pfund (130 DM) an, aber wenn die Idee gut ist, bauen wir gratis."


Totenkult

Letzte Ruhe in der Bierflasche

Der sehnlichste Wunsch der alten Dame, einmal in einem Flugzeug abzuheben, sollte ihr nicht mehr gewährt sein. Aber immerhin konnte die Afrikanerin in einem Flieger bestattet werden, denn Enkel Kane Kwei, von Beruf Tischler, verabschiedete seine Großmutter mit einem außergewöhnlichen Geschenk: einem Sarg in Flugzeugform. Was als letzter Gruß an die Großmutter gedacht war, entwickelte sich zur erfolgreichen Geschäftsidee.
Kweis phantasievoll geformten und bemalten Holzkisten, die bis zum 31. Januar im Hamburger



Kwei-Sarg

Museum Friedhof Ohlsdorf ausgestellt werden, wurden in Ghana sofort zu einem beliebten Prestigeobjekt für die Oberschicht. Die Särge symbolisieren einen Gegenstand, der für das Leben des Toten Charakteristisch war. Das ist bei Unternehmern oft ihr Geschäft: So ließ sich ein Brauereibesitzer in eine überdimensionale Bierflasche betten, ein Mühlenbetreiber in einen hölzernen Mehlsack mit firmeneigenem Logo. Leidenschaftliche Autofahrer reisten schon im funkelnden Cadillac oder üppigen Mercedes gen Jenseits. Dort, so glaubt man in Westafrika, warten schon die Ahnen - und auch die lassen sich von weltlichen Statussymbolen nachhaltig beeindrucken.


Giftfreie ewige Ruhe

Die Kreuzlinger verbringen ihre letzte Ruhe in einem Ökosarg, hergestellt aus Altpapier und Zellulose. Die Erfahrungen nach 2 Jahren sind sehr gut. Außerdem wird mit den neuen Särgen das Grundwasser geschont.
Wer die Umwelt schützen will, der kann keinen lackierten oder gar massiven Sarg gebrauchen und sollte sich über die 30 - 40 Liter Körperflüssigkeit pro verstorbener Mensch Gedanken machen.
In der Deutschschweiz hat sich Kreuzlingen auf die Ökosärge eingelassen, mit positiven Erfahrungen in allen Belangen. Von außen sehen die Särge wie ein Holzmodell aus. Ein wenig Maserung wurde aufgemalt. Nur durch das geringe Gewicht von 12 kg verrät sich der Karton. Die Stadt Kreuzlingen hat vor der Anschaffung der Ökosärge alle Glaubensgemeinschaften informiert und breite Zustimmung erhalten. Kein Wunder: Die Särge werden kostenlos zur Verfügung gestellt.
Wer vermutet, der Verstorbene könnte während des Leichenzuges durch den Boden brechen, täuscht sich. Die Hersteller des Ökosarges versichern, dass die Box dem hydraulischen Druck von 397 kg standgehalten habe - beinahe 100 kg mehr als ein konventioneller Holzsarg.
Was den Behälter wirklich zum Ökosarg macht, ist die schnelle Verrottung des Kartons, die Tatsache, dass er ohne den Rohstoff Holz auskommt und seine Fähigkeit, die Leibessäfte in einer Wanne mit einer Folie zurückzuhalten. Nach einem halben Jahr ist auch sie zersetzt. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die säurehaltigen Körpersäfte in eine ph-neutrale Flüssigkeit umgewandelt, die für die Umwelt (das Grundwasser) ungefährlich ist.
Widerstand gegen den neuen Sarg gab es aber von den Bestattern, schließlich kostet der Ökosarg nur die Hälfte eines herkömmlichen Sarges. Obwohl Bestatter schon mit einem Lieferboykott für Holzsärge bedroht wurden, wenn sie auch Ökosärge anbieten, ist sein Siegeszug unaufhaltbar. In der Schweiz, in Spanien und Frankreich kommt er schon zum Einsatz. In Deutschland ist die Stadt Herne (sehr innovativ im Bestattungswesen) wieder einmal Vorreiter.
In vielen Großstädten, wo viele Tote für großen Leidensdruck sorgen, liegen die Kartons schon zu Tausenden unter der Erde. Etwa in Mexiko-Stadt. Rund 75 % der 3.500 Verstorbenen täglich sind in den Kartonsärgen eines Lizenznehmers in der letzten Ruhestätte gebettet.  (aus "Natürlich" 6/98)

Kontakt: Acropole Service SA, Gerald Pidoux, Case Postale 25, 1350 Orbe, Tel. 024-4411555


Totenkult

Kim Sang Guk

Ahnen in der Kugel

Not macht bekanntlich erfinderisch: Wenn in Südkorea wegen der Überbevölkerung der Platz knapp wird, rückt man zusammen. Auch auf Friedhöfen. "Viele meiner Landsleute können sich mit der Idee einer Einäscherung ihrer Verwandten nicht anfreunden. Sie haben das Gefühl, ihren Liebsten dann auf ewig zu verlieren", sagt der Südkoreaner Kim Sang Guk. Der findige Asiate hat deswegen ein Verfahren für die Ewigkeit entwickelt: Er verwandelt die sterblichen Überreste der Angehörigen in glasähnliche Perlen. Je nach Lebenswandel sind sie bläulich, grünlich oder jadefarben. Die Kugeln stellt Kim Sang Guk her, indem er die Asche auf 2000 Grad Celsius erhitzt, so dass sie sich zu Perlen formen lässt. Statt Urne gibt es dann eine schmucke Kristallschatulle für den Nachttisch. Oder - wer es morbide mag - eine Perlenkette aus Omas Asche.


Der letzte Luxus

Der Zeitgeist weht durchs Land. Peter Frigge schreinert Designer-Särge.
Modell Pyramide: Erle massiv mit spitz zulaufendem Deckel. Eine Sonne flammt über die blauen Schrägen. Wahlweise auch mit prismenbuntem Farbverlauf oder stilisierten Pflanzen erhältlich.
Modell Lebensfluss: Erle massiv mit flachem Deckel und schwarzer Nute. Dezente Gestaltung. Nute auch mit Kiesel- und Glaskristallrelief oder Moos und Baumschwämmen.
Modell Himmelstreppe: Eiche massiv mit stufenförmigem Deckel. Silbern glitzern Sterne auf dem wässrig verschwommenen Hintergrund. Auf Wunsch auch mit abstrakter Malerei, Lieferzeit bis vier Wochen.
Na, Lust auf den besonderen Sarg bekommen!? Sarg-Manufaktur "Serenade"
Michael Alisch Generalvertreter Tel. 0209-56776 oder 0171-9801000 (Herr Wanger)


Urlaub für Trauernde

Trauer und Urlaub - passt das zusammen?
Seit gut einem Jahr veranstaltet Martina Taruttis-Schöndelen aus Papenburg Reisen für Trauernde. Sie hatte früher durch die Leitung eines Bestattungsinstituts täglich Kontakt zu Trauernden. In vielen Gesprächen stellte sich heraus, dass Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, erst einmal ´raus müssen aus ihrer gewohnten Umgebung. Trau Dich Reisen bucht heute Urlaube in Schweden, Süd-Frankreich, Föhr und Wangerooge, der Bodensee und das Emsland sind weitere Ziele. Die Chefin des Reiseunternehmens ist ausgebildete Trauerberaterin.
Trau Dich Reisen, M. Taruttis-Schöndelen, Johann-Bunte-Str. 73, 26871 Papenburg, Tel. 0 49 61/7 11 23, FAX 0 49 61/7 11 13


Letzte Ruhe unter Bäumen

Als der Schweizer Ueli Sauter von einem Freund beim Spaziergang gebeten wurde, er möge nach dessen Tod seine Asche in die Natur streuen, keimte der Gedanke: Als der Freund einige Jahre später starb, kam ihm die Idee zu dieser neuen Art der Bestattung; ein Grab in den Wurzeln eines Baumes mitten in der Natur - eine Idee, die viele Menschen durch ihre Symbolik anspricht. Die Asche des Verstorbenen wird in das Wurzelwerk eines Baumes eingebracht. Der Baum nimmt die Asche als Nährstoff auf, wird so zu einem Sinnbild für das Fortbestehen des Lebens und ist außerdem eine sehr persönliche Erinnerung an den Verstorbenen.
Seit über zwei Jahren gibt es eine "Pilotanlage", die dem "Verein Naturbestattung" gehört. Im Département Thurgau auf dem Seerücken auf dem Gelände der Gemeinde Steckborn hat der Verein ein 4.500 m² großes Grundstück gekauft, das für die nächsten 100 Jahre einen Grundbucheintrag als "Friedwald" bekam.